Die neue Bedrohung von Rechts – ein Bericht zur Demonstration gegen die AfD am 09.09.2017

Bericht von Claudio Kirchner:

Nach dem leider gescheiterten Versuch der Stadt Nürnberg die Wahlkampfveranstaltung der AfD mit einer Kündigung des Mietvertrages zu verhindern, ging es also am frühen Samstagmorgen am Nelson-Mandela-Platz um 10 Uhr los. Nachdem wir unsere geballte Masse an Fahnen an Jusos und SPD‘ler*innen verteilten, ging es gegen 10.30 Uhr auch schon mit den ersten Reden los.

Neben einigen Redner*innen, die auf das Kernthema der Veranstaltung eingingen, gab es leider auch andere Redner*innen mit ihren Themen „Kampf gegen den Kapitalismus“ und gegen „alle etablierten Altparteien, die sich dem vereinigten Finanzkapital verschrieben haben“.

Damit verfehlten sie nicht nur völlig das Thema, sondern sie erkannten nicht, dass sie sich derselben Argumentation bedienten, wie jene gegen die wir demonstrierten. Nach den Reden begann es auch wie angekündigt zu regnen.

Gegen 11:30 Uhr startete dann die Demonstration in Richtung Meistersingerhalle. Auf dem Weg dahin applaudierten und winkten uns Menschen aus ihren Fenstern zu. Das waren erst recht schöne Momente neben dem immer wiederkehrenden Regen. Als uns einige hundert Meter vor unserem Ziel die ersten USK Einheiten der Polizei in Empfang nahmen, gab es dann auch leider seitens der Demonstrant*innen eine kleinere Provokation in Richtung der Polizei in Form von rotem Rauch. Am Ziel angekommen, erkannten wir schnell die mäßig organisierte Aufstellung der Polizei. Teilnehmer*innen der AfD Veranstaltung wurden von vorne rein entweder ungeschützt an der Gegendemo vorbei oder mitten hindurchgeführt. Dies wurde als besondere Provokation der Gegendemonstration empfunden.Neben kleineren Rangeleien zwischen Demonstrant*innen und der Polizei, war es insgesamt eine friedliche Demonstration.

Am frühen Nachmittag gesellten sich dann noch die Jusos aus dem Nürnberger Land zu uns, um mit uns gemeinsam zu demonstrieren. Highlight der Demonstration war, dass die Demonstrant*innen durch die Besetzung der Straßenbahnschienen den Zugang zur Meistersingerhalle blockierten. Sie sorgten damit, dass etliche Teilnehmer*innen in den Straßenbahnen festaßen und die Veranstaltung schlussendlich verpassten.

Mitglieder der AfD ließen sich nicht nehmen, reichlich Fotos und Videos von uns Demonstrat*innen anzufertigen. Dazu riefen sie auch noch öffentlich auf Facebook dazu auf. Zu welchem Zweck blieb uns hierbei jedoch verborgen. Die Hauptakteur*innen der AfD Veranstaltungen bekamen wir natürlich beim großen Schaulaufen am Eingang des Großen Saals nicht zu sehen.

Gegen 14:30 Uhr verstärkte sich der Regen und die Zahl der Gegendemonstrat*innen nahm ab. So entschloss sich die Demonstrationsleitung gegen 15 Uhr zu unserem Bedauern zur Auflösung der Demonstration.

Alles in allem war es eine sehr friedliche und zugleich wichtige Demonstration gegen Rassist*innen, die sich trotz des Widerstandes der Stadt Nürnberg versammeln durften. Wir Jusos waren im Vergleich zur SPD deutlich in der Überzahl. Nichtsdestotrotz freuten wir uns über bekannte Gesichter, wie z.B. den SPD-Nürnberg Vorsitzenden Thorsten Brehm

Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals bei allen, die da waren, um ein klares Zeichen gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit zu setzen und uns auch dabei unterstützten.