Über Geld zu reden ist kein Tabu

Warum für uns und für die AsF Mittelfranken der Equal Pay Day mehr denn je wichtig ist

Nur wenn der Weg klar sichtbar ist, weiß man auch, wo das Ziel ist und wie man da ankommt. In dem Sinne hat der Equal Pay Day (dieses Jahr am 18. März) schon lange ein Thema groß auf seiner Agenda: Transparenz. Das Wissen um die Löhne der Anderen ist ein entscheidender Schritt, um die immer noch 21-prozentige Lohnlücke in Deutschland endlich zu schließen.

Das neue Entgelttransparenzgesetz ist in der Hinsicht ein Fortschritt. Für einige Vertretungen in der SPD hat das Gesetz aber noch viel zu viele Beschränkungen. „Alle Mechanismen, die man sich überlegt hat, wurden am Ende auf Druck der Union wieder aufgeweicht, fast bis zur Unwirksamkeit. Das ist sehr enttäuschend.“, so Daniel Rothenbücher, der Bezirksvorsitzende der Jusos Mittelfranken.

Auch die Arbeitsgemeinschaft der sozialdemokratischen Frauen in der SPD (AsF) drängt auf Korrekturen. „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, dieses Prinzip muss auch zwischen den Geschlechtern voll gelten!“, sagt die stellvertretende Bezirksvorsitzende Claudia Leuschner. Mit der größte Hemmer sei dabei das 1958 eingeführte Ehegattensplitting, doch leider hierzu kein Wort im Koalitionsvertrag. Stattdessen sollen Frauen vor der Teilzeitfalle geschützt werden. „Doch was bringt das Recht auf eine Rückkehr aus der Teilzeit in Vollzeit, wenn sich das Arbeiten für verheiratete Frauen immer noch nicht lohnt?“

Vor allem zeigt der Streit um diese Gesetze, dass es unserer Gesellschaft schwerfällt, über Geld zu reden. Der sonst hoch gehaltene Pragmatismus stößt hier klar an seine Grenzen. Mehr denn je muss der Equal Pay Day genutzt werden, um dieses Tabu abzubauen. „Bereits Anfang 2014 wies ich den BPW darauf hin, dass trotz guter Kampagnenarbeit des Equal Pay Day die Wurzel des Übels bis dato nicht angegangen wurde und forderte auf, das Thema „Transparenz der Gehälter und Löhne“ auf die Agenda zu setzen!“ so Cornelia Spachtholz, Vorsitzende des Verbands berufstätiger Mütter e.V. (VBM) und Initiatorin des Equal Pension Day. Schließlich hat die Lohndiskriminierung noch ganz andere Auswirkungen: „Auf die LohnUNgleichheit folgt nach einer Lebensleistung die RentenUNgleichheit zwischen Frau und Mann, mit aktuell durchschnittlich 53 % Rentenunterschied bei eigen erworbenen Ansprüchen!“

Die beiden Arbeitsgemeinschaften der SPD werden daher auch 2018 das Thema Equal Pay aktiv in die Öffentlichkeit tragen, in den sozialen Medien und über den kommenden Sonntag hinaus. Bis das Ziel erreicht ist und das Thema Geld keines mehr ist.