Bildungsreise 2018 nach Berlin

Wie schon in den Jahren zuvor beendeten wir, die Jusos Mittelfranken das laufende Jahr mit einer politischen Exkursion. Dieses Mal hat es uns in die Region Berlin–Brandenburg verschlagen. So machten wir uns am 24. November auf den Weg in die Hauptstadt.

Dort angekommen ging es direkt weiter zur Gedenkstätte Hohenschönhausen, einem ehemaligen Stasi–Gefängnis. Während der Führung erhielten wir ein sehr authentisches Bild des Haftregimes der DDR und wurden so über die Formen und Folgen politischer Verfolgung und Unterdrückung in der kommunistischen Diktatur informiert. Das Besondere daran: ein ehemaliger Häftling führte uns durch das Gefängnis, sodass wir aus erster Hand über Haftbedingungen und Verhörmethoden des DDR-Staatssicherheitsdienstes informiert wurden und sogar einen Einblick in seine persönliche Geschichte erhalten durften.

 

Am Abend ließen wir uns dann im Restaurant Volkskammer bei ein, zwei Bierchen von der ostdeutschen Küche mit traditionellen Gerichten aus der DDR kulinarisch verwöhnen, bevor wir dann weiterzogen, natürlich nicht ohne bei einem der zahlreichen typisch berlinerischen Spätshops Halt zu machen. So ließen wir den Abend bei guten Gesprächen und Getränken ausklingen.

 

Nach einer mehr oder weniger kurzen Nacht ging es am Sonntag früh raus, um mit dem Zug in das ehemalig größte Frauen–Konzentrationslager nach Ravensbrück zu fahren. Während dieser ausführlichen und äußerst informativen Führung wurde uns das gesamte Gelände mit dem angrenzenden Männerlager, sowie dem Siemenslager, in dem weibliche Häftlinge Zwangsarbeit leisten mussten, gezeigt. Geschichten von ehemaligen Häftlingen erinnern an diese grauenhafte Zeit. Trotz nasskaltem Wetter oder vielleicht auch gerade deshalb stellte diese Exkursion eine gelungene Art dar Zeitgeschichte an diesem historischen Ort anschaulich zu erleben. Eine sehr eindrucksvolle und nachhaltige Erfahrung, die es immer noch unbegreiflich macht, wie so etwas genau dort, wo wir standen, vor nicht allzu langer Zeit geschehen konnte.

Vollgepackt mit all diesen Impressionen, Emotionen und Gedanken fuhren wir dann am späten Sonntag-Nachmittag wieder in die fränkische Heimat zurück. Insgesamt war es ein sehr informativer, interessanter und kurzweiliger Ausflug bei dem selbstverständlich der Spaßfaktor auch nicht zu kurz kam.